Die Taube ist unzweifelhaft eines der faszinierendsten Flugzeuge der Luftfahrtgeschichte. Dies dachten auch die Herren Linner und Ott und beschlossen, so einen Vogel zu bauen. Nach längeren Suchen nach Unterlagen, darunter fällt auch die Vermessung der Etrich II des Technischen Museums Wien, wurden sie in der alten Stiftskaserne in Wien 7 fündig, d.h. dort befanden sich in einem vergessenen Depot die Pläne der österreichischen Fluggeschichte, diese allerdings in desolaten Zustand, was bedeutete - die Pläne mußten zur Gänze neu gezeichnet werden. Dies erledigte Mag. Linner in 800 h.
In einem kleinen Werkraum in der Tendlergasse, Wien 9, begann die Auferstehung der Taube Etrich-Lohner Typ F. Leider war der Arbeitsraum viel zu klein, deshalb erfolgte ein Umzug in das WUK (Werkstätten- u. Kulturhaus) in der Währingerstrasse. Nach einem Jahr erfolgte ein neuerlicher Umzug in die Simmeringer Hauptstrasse, von dort in die Hallen von Stadlau. Im Zuge der Umsiedelei wurde die Taube immer vollständiger, bis sie endlich nach dem letzten Transport in Wr. Neustadt Ost ankam. Dort erfolgte auch der erste Hüpfer des Flugzeuges, Pilot war Karl Hasitschka.
Bedauerlicherweise stellte sich heraus - der Motor war nicht zugelassen. Also wurde ein neuer Motor in Kunovice eingebaut. Leider wurde beim Transport der Schweif der Taube beschädigt, da der Fahrer des LKW die Kurven viel zu eng ausfuhr. Es mußte der Taubenschweif neu gebaut werden. Dies geschah im Waldviertel oberhalb von Melk. Von dort kam die Taube nach Bad Vöslau, wo endlich der Erstflug getätigt wurde. Pilot war wieder Karl Hasitschka.
Der erste Flug gelang hervorragend, der zweite ebenfalls, beim dritten war der Flugbenzin alle. Also wurde getankt, bedauerlicherweise der falsche Benzin. Der Motor kotzte und spie Flammen, nach einigen Minuten ruhigen Lauf startete Hasitschka zu einer Platzrunde. Das paßte dem Motor nicht und der stellte in 60m Höhe den Betrieb auf Null. Die Taube senkte die Nase, streifte bei der Notlandung ein Maisfeld, in dem die Frucht bereits 2m stand, machte einen Ringelpitz und - ade, Fahrgestell und Propeller. Glücklicherweise war Hasitzschka unverletzt, doch die Taube war ein Wrack.
Ott hat den Vogel wieder aufgerüstet, nach einigen Flügen in Wels wurde sie nach Wr. Neustadt ins AVIATICUM gebracht. Dort ist sie derzeit ausgestellt.
Mag. Linner baute eine weitere Taube in Fürstenwalde, Deutschland. Diesmal den Typ NM, die Europaflugtaube (Berlin-Paris-London-Berlin). Dieses Flugzeug wurde in einer Bauzeit von 9 Monaten fertiggestellt und flog auf der ILA in Berlin-Schönefeld. Piloten waren Dipl.Ing. Heiner Neumann und Oberstlt. a.D. Ing. Bernd Koschmieder.
Die Taube wurde von der Flugplatzbetriebsgesellschaft Fürstenwalde an Peter Jackson verkauft, ebenso der (von Linner gebaute) Albatros B I. Diese Flugzeuge sind derzeit in einer statischen Ausstellung im Flugmuseum von Omaka / Neuseeland ausgestellt. Nach Auskunft der Museumsleitung sollen die Vögel nach einiger Zeit wieder im Flug gezeigt werden.

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